Im großen Satz über die S5: Stahlträger erfolgreich eingehoben

Mit der entstehenden Eisenbahnüberführung EÜ 3611 wächst zwischen Eschborn und Bad Homburg im Abschnitt Nord ein wichtiges Verbindungsstück für den Betrieb der Regionaltangente West. Künftig führt die Überführung die neuen Gleise über die bestehende DB-Strecke 3611 hinweg. Damit schafft sie eine barrierefreie Kreuzung zwischen der S5 und der Regionaltangente West.

Mit dem erfolgreichen Einhub der Stahlträger erreichte das Projektteam kürzlich einen wichtigen und anspruchsvollen Meilenstein.

Vorarbeit und Fundament: Was bisher geschah

In den letzten Monaten hat sich auf der Baustelle viel getan – oft mehr, als Außenstehende auf den ersten Blick erkennen. Nach umfangreichen Vorarbeiten startete das Team mit den Bauarbeiten der ersten Phase. Dazu zählten unter anderem eine großflächige Kampfmittelsondierung, Oberleitungsarbeiten, Vergrämungsmaßnahmen sowie Kabelumverlegungen.

Für ein stabiles Fundament hoben die Fachkräfte tiefe Baugruben aus. Darin errichteten sie die Widerlager, also die seitlichen Auflager des Brückenbauwerks, und gaben ihnen einen sicheren Halt. Anschließend entstanden die Rahmenbauwerke und die Flügelwände, die seitlich den späteren Damm stabilisieren. Zum Abschluss dieser Phase verfüllte das Team die Baugruben wieder auf Geländeniveau.

Präzise eingehängt und verschalt: Eine Brücke nimmt Form an

In der zweiten Phase nimmt die Brücke nun sichtbar Gestalt an. Im ersten Schritt entsteht ein Trag- und Schutzgerüst für den Überbau. Dieser bildet den Teil der Brücke, auf dem später die Gleise liegen und über die Züge verkehren.

Es folgte ein wichtiger Moment der Bauphase: der Einhub der WIB-Träger. WIB-Träger sind Walzträger-in-Beton - massive Stahlträger, die später fest in den Beton des Überbaus eingebunden werden. Mit schweren Kränen hoben die Teams die Träger millimetergenau ein und setzten sie passgenau auf den Widerlagern ab. Diese Bauweise - mit den Trägern untere Schalung -ermöglicht es, die Sperrzeiten auf ein Minimum zu begrenzen.

Schritt für Schritt entsteht so die eigentliche Brückenkonstruktion. Im weiteren Verlauf dieser Bauphase fertigen die Fachkräfte auf dem abgedichteten Überbau die seitlichen Randbereiche, die sogenannten Kappen. Außerdem montieren sie die Geländer und den Berührschutz. Dieser verhindert, dass Personen oder Gegenstände in die Nähe der Oberleitung gelangen – ein wichtiges Sicherheitselement im Bahnbetrieb.

Und wie geht es weiter?

Sobald der Überbau fertiggestellt ist, senkt das Team ihn in seine endgültige Lage ab. Danach bauen die Fachkräfte das Traggerüst und die Schalung zurück. Anschließend folgen die Modellierung der Böschungen, der Bau von Böschungstreppen und der Dammbau.

Und etwas weiter nördlich entlang des zukünftigen Trassenverlaufs der Regionaltangente West entstand eine neue Stützwand, die den dort positionierten Freileitungsmast sichert.

Jeder dieser Schritte – die sichtbaren und die unsichtbaren – ist wichtig und bringt das größte Infrastrukturprojekt der Rhein-Main-Region näher an die Zielgerade heran.

Zu sehen ist das Einheben der Stahlträger bei dem Bau der Eisenbahnüberführung

(Bilder: RTW GmbH)

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