Präzisionsarbeit unter der Oberfläche an der S-Bahn Eschborn Süd
Wer Anfang Juli 2025 im Eschborner Stadtgebiet unterwegs war, hätte oberirdisch kaum etwas bemerkt, unter der Erde jedoch lief eine hochpräzise Maßnahme, die für den weiteren Ausbau der Regionaltangente West von entscheidender Bedeutung ist.
Unterirdische Schwerstarbeit – mit Feingefühl und Hightech
Die Gleislage der künftigen RTW-Trasse machte es notwendig: Eine Stromleitung der Syna GmbH muss weichen, damit die neue Bahnverbindung wie geplant durch Eschborn führen kann. Die besondere Herausforderung hierbei war, dass die neue Leitungstrasse die bestehende Bahnstrecke 3615 genau im Bahnsteigbereich des Haltepunktes Eschborn Süd unterquert und zudem noch durch ein sensibel geschütztes Trinkwasserschutzgebiet führt.
Möglich machte die Bauarbeiten modernste Technik, ausgeklügelte Planung und ein Verfahren, das beeindruckt: Die grabenlose Pressbohrung. Zwischen zwei südöstlich beziehungsweise nordöstlich der Station exakt positionierten Start- und Zielgruben wurde die Leitungstrasse unter den Gleisen hindurchgeführt. Keine offenen Baugruben, keine Störungen im laufenden Bahnverkehr, kein Lärm für Anwohnende. Stattdessen: leise, effizient und nahezu unsichtbar.
Leitungstrasse frei – die RTW kommt voran
Mit dieser Maßnahme wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Umverlegung der Stromtrasse ist die Voraussetzung dafür, dass der zukünftige Trassenverlauf des Abschnitts Nord realisiert werden kann. Bis April 2026 soll die neue Stromtrasse vollständig hergestellt sein, damit daraufhin die neuen Kabel eingezogen werden können.
Bauarbeiten mit Weitblick
Auch wenn hier kein Bagger im Rampenlicht stand und keine tonnenschweren Bauteile durch die Luft schwebten, war diese grabenlose Querung ein Paradebeispiel für moderne Infrastrukturarbeit. Unsichtbar für viele, aber essenziell für alle: Mit solchen Maßnahmen wird der Weg bereitet für die klimafreundliche Mobilität der Zukunft in der Rhein-Main-Region.
(Bilder: DB E&C)