RTW-Ausbau in trockenen Tüchern – dank gestärkter Wasserversorgung

Nach knapp drei Jahren Bauzeit ist in Hattersheim eine neue Wasseraufbereitungsanlage ans Netz gegangen – ein Gemeinschaftsprojekt der RTW Planungsgesellschaft und des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser. Die Errichtung des schlichten Zweckbaus mit hochmoderner Aufbereitungstechnologie war eine zentrale Voraussetzung für die Genehmigung des RTW-Streckenabschnitts Süd durch den Frankfurter Stadtwald. Der Grund: Sollte es durch die Baumaßnahmen zu einer Beeinträchtigung der örtlichen Wassergewinnung kommen, müssen Vorhabenträger wie die RTW eine Ersatzwasserbeschaffung für den Notfall sicherstellen.

Verantwortung für die Region zu übernehmen, bedeutet eben auch, Infrastrukturplanung ganzheitlich zu betrachten. Mit der frühzeitigen Instandsetzung und Erweiterung des alten Wasserwerks haben die Projektpartner gezeigt, dass neue Mobilitätskonzepte und andere Versorgungsinfrastrukturen sich gegenseitig stützen und sogar stärken können.

Auf Schienen durchs Wasserschutzgebiet – vorausschauende Planung macht’s möglich

Der neue Streckenabschnitt durch den Frankfurter Stadtwald zählt zu den besonders sensiblen Zonen im Planungsgebiet Süd 1. Grund ist die Lage im Wasserschutzgebiet. Was für Fahrgäste künftig einerseits eine landschaftlich reizvolle Strecke bedeutet, birgt andererseits auch potenzielle Risiken – insbesondere für das Grundwasser. Eine Verunreinigung während der Bauphase könnte die Trinkwasserbrunnen der umliegenden Wasserwerke beeinträchtigen - schlimmstenfalls stoppt die Wasserförderung.  Die RTW hat gemeinsam mit Hessenwasser eine gute Lösung gefunden, die den Anforderungen an Umwelt- und Versorgungssicherheit gerecht wird.

Fit für die Zukunft: Die aufwändige Ertüchtigung historischer Technik

Die Wassergewinnung am Standort Hattersheim hat eine lange Tradition: Seit 1909 liefert das Wasserwerk Wasser für Frankfurt. Doch geogene und menschengemachte Belastungen sowie eine veraltete Technik führten Ende der 1990er Jahre dazu, dass das Werk den Regelbetrieb einstellen musste.

Die Idee, den Standort wieder voll nutzbar zu machen, stand ursprünglich auch im Zusammenhang mit den Ausbauplänen des regionalen Leitungsnetzes und ist deshalb eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Dank der Finanzierung durch die RTW konnte Hessenwasser das Vorhaben nun in die Tat umsetzen. Zunächst galt es, die historische hydraulische Pumpe – das Herzstück der Anlage – wieder in Stand zu setzen. An der Nordwest-Ecke des Betriebsgeländes, in direkter Nachbarschaft zum alten Werk, errichtete Hessenwasser im Auftrag der RTW zusätzlich eine kompakte Stahlträgerhalle. Ausgestattet mit modernster Aufbereitungstechnologie, wie einer hochkomplexen Umkehrosmose-Einheit, kann die neue Anlage in Zukunft eine wichtige Rolle bei der regionalen Wasserversorgung spielen.

Das sichert nicht nur den Ausbau der neuen RTW-Verbindung, sondern bietet der Frankfurter Bevölkerung auch langfristig einen bessere Versorgungssicherheit.

(Bilder: Hessenwasser)

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