Umschluss Hessenwasser: Zwei neue Trinkwasserleitungen gehen ans Netz
Wer an der Baustelle in Praunheim vorbeifährt, sieht vor allem Fläche und Material, vielleicht eine wartende Maschine. Der entscheidende Teil der Arbeit jedoch bleibt im Untergrund verborgen: Im Bauabschnitt Mitte – KP4 laufen aufwändige Arbeiten, um zwei neu verlegte Trinkwasserleitungen für Hessenwasser ans Netz zu nehmen. Der Anschluss dieser neuen Leitungen ist anspruchsvoll. Er betrifft Versorgungssicherheit, Hygiene und Dauerhaftigkeit. Damit das Wasser weiterhin zuverlässig fließt, muss der Wechsel von alt zu neu – auch „Umschluss“ genannt – exakt geplant und ausgeführt werden.
Kurz erklärt: Was bedeutet KP 4?
KP steht für Konfliktpunkt – also einen technisch klar abgegrenzten Bau- und Anschlussbereich entlang der Trasse. KP 4 bezeichnet damit einen konkreten Abschnitt, in dem mehrere Arbeitsschritte (Baugrube/Bauwerk, Leitungsbau und Umschluss) koordiniert zusammenlaufen.
Ordnung vor Anschluss: die Baustelle aus der Vogelperspektive. (Zwischenstand Ende 2025)
Die Fotos zeigen den Stand der Arbeiten: einmal von oben, einmal direkt im Graben. Das Luftbild zeigt die Baustelle wie einen Plan. Zu erkennen sind Baustraße, Baustelleneinrichtungsfläche, getrennte Arbeitszonen und gelagertes Rohrmaterial. Die Bereiche sind klar abgegrenzt und gesichert – die Voraussetzung für alles Weitere. Denn bevor unten angeschlossen und umgeschaltet wird, muss oben alles vorbereitet werden: Wege, Lagerung, Sicherung, Zugriff. Ohne diese Ordnung läuft im Untergrund nichts.
Die zweite Detailaufnahme zeigt die Leitungen im verbauten Graben. Verbauelemente und Querstreben sichern den Arbeitsraum. Die Rohre liegen in Einbaulage und sind für die nächsten Schritte vorbereitet. Für Außenstehende ist es ein Baustellenbild. Für die Bauleitung ist es ein Nachweis: Der Graben ist standsicher, die Leitungen liegen korrekt, der Zwischenstand ist definiert.
Blick in den Graben: Die Leitungen sind bereit für den sogenannten Umschluss.
Dem bevorstehenden Umschluss ging ein seit Monaten geplanter Ablauf voraus. Das Team richtete die Baustelle ein und stellte Baugrube und Bauwerk her, begleitet von Archäologie und Suchschachtungen. Parallel hob es den Graben aus, sicherte ihn und baute die neue Rohrtrasse ein. Die Monteure zogen die Trinkwasserleitungen ein, montierten die Formteile und prüften alles gründlich. Mit Druckprobe, Entkeimung und Wasserprobe stellten sie sicher, dass die Leitungen dicht und hygienisch einwandfrei sind. Nun nehmen sie nacheinander die alten Leitungen außer Betrieb und schließen die neuen ans Netz an.
Was beim Umschluss geschieht
In den Umschlussphasen wird die jeweilige Altleitung abgesperrt, getrennt und entleert. Anschließend verbinden die Monteure die neue Leitung mit dem bestehenden Netz. Sie dichten die Flansche ab, passen Bauteile im Widerlagerbereich an und setzen Kugelmarker, damit sich die Leitungen später orten lassen. Das klingt technisch – und ist es auch. Doch genau diese Sorgfalt sichert auch die künftige Trinkwasserversorgung, Tag für Tag.
Die Verlegung wurde notwendig, weil die Trasse der Regionaltangente West dort entsteht, wo bislang Wasserleitungen verliefen, sodass diese zum Schutz der Trinkwasserversorgung in neuer Lage hergestellt werden mussten.
(Bilder: RTW GmbH)